Style Programmierungs- Workshop

Style- Workshop

Hallo 9000er- Fans,

aufgrund zahlreicher Zuschriften, die sich auch immer wieder
um die Styleprogrammierung drehen,
habe ich mich entschlossen, Euch auf meinen Musikerseiten
mit diversen Style- Workshops zu helfen.

Bitte beachtet, daß es sich bei diesen Workshops um die
Styleprogrammierung direkt am Keyboard handelt.
Was am Computer alles möglich ist, wissen andere besser!

Ganz bewußt wurde auf diesen Seiten auf zuviele Fachausdrücke verzichtet.
Viele Betriebsanleitungen legt man aus diesem Grund entmutigt wieder aus der Hand.



Hier eine kurze Auflistung der Möglichkeiten,
was Ihr an einem fertigen Style verändern könnt:

  1. Spuren oder ganze Sektionen aus einem anderen Rhythmus
    in den bestehenden hineinkopieren.
    Z.B.: Das Intro vom Swing 1 in den Bigband 1- Style hineinkopieren.
    Siehe Workshop 1, "Part Copy"

  2.  
  3. Das rhythmische Feeling des ganzen Styles verändern:
    Z.B.: Aus einem 8- Beat ganz schnell und einfach einen Swing herstellen.
    Siehe Workshop 2, "Groove & Dynamics"

  4.  
  5. Von Null beginnen, und schrittweise einen Style zusammenbauen:
    Ist zwar einfach, aber ziemlich zeitaufwendig.
    Denkt daran: Ein Style kann aus bis zu 120 Sequenzen bestehen!
    Diese Programmierung nennt sich Style- Assembly.

  6.  
  7. Die 8 Parts über's Mischpult verändern, und als Registrierung abspeichern.
    Das ist gleichzeitig die schnellste Art der Umprogrammierung.
    Siehe Workshop 3, "Styleveränderung über's Mischpult und Registrierung"

  8.  
  9. Hier gibt es einen Workshop, der im PDF- Format nochmals
    die wichtigsten Style- Grundlagen erklärt und sich dann damit beschäftigt,
    wie man mit dem Casm Editor von Jørgen Sørensen
    auch Keyboard- Orginal- Styles "knacken" und bearbeiten kann.
    Lasst euch nicht durcheinanderbringen, daß hier von Tyros die Rede ist.
    Trotzdem ist dieser Workshop auch für andere Keyboards angefertigt.
    Ab November 2007 kann man Jørgens Casm Editor endlich wieder downloaden!
     
  10. Abhilfe schafft dieser Workshop, der im PDF- Format nochmals
    einige Style- Grundlagen erklärt und sich dann damit beschäftigt,
    wie man mit dem Casm Editor von Evgeny Osenenko
    Keyboard- Orginal- Styles "knacken" und bearbeiten kann.
    Die Bilder sind an Tyros2 aufgenommen, trotzdem ist dieser Workshop
    auch für andere Keyboards geeignet.
     
  11. Praxisworkshop Styleprogrammierung im PDF- Format
    DER Styleprogrammierungs- Workshop für Anfänger.
    Er ist für alle Yamaha Keyboards gedacht. Wer's damit nicht lernt.... ;-)
     


Grundlage: Die Struktur eines Styles

Genau genommen ist ein Style ein Midifile, welches aus maximal 16 Midi- Spuren besteht.
Diese Midispuren werden 8 Style- Spuren (Parts) zugeordnet:
Rhythmus 1 und 2, Bass, Chord 1 und 2, Pad, Phrase 1 und 2.

Alle Midispuren werden durch sogenannte Marker (die senkrechten Striche in der Tabelle)
in einzelne Abschnitte unterteilt, die Sektionen:
4 x Main, 4 x Fill in, 3 x Intro, 3 x Ending und 1 x Break.

Die Reihenfolge dieser 15 Sektionen könnt Ihr ganz einfach nachprüfen,
indem Ihr einen Style (mit der Dateiendung .sty) im Computer in .mid umtauft,
und das ganze als Midifile anhört:

Main A -> Fill in AA -> Intro A -> Ending A -> Main B -> Fill in BB -> Break ->
Intro B -> Ending B -> Main C -> Fill in CC -> Intro C -> Ending C -> Main D -> Fill in D

Hier nochmal das Ganze als Schema:

Style- Tabelle

Wenn Ihr also einen Style (um)programmieren wollt,
könnt/ müsst Ihr also maximal 16 x 15 = 240 (!!)
Sequenzen bearbeiten oder einspielen. Ganz schön viel Arbeit.



Die Marker zwingen eine Sektion (z.B. Main A) zur Wiederholung (loop),
bis man eine andere Sektion (z.B. Fill in B) anwählt.

Weil der Style im normalen Spielbetrieb auf die unterschiedlichsten Akkorde
(Dur, Moll, Septim usw.) reagieren muß, gibt es bei den Styles
noch eine weitere wichtige Unterscheidung zum Midifile:
Das "Chord- Switching". Dieses stellt sozusagen die 3. Dimension eines Styles dar.
Das Chord- Switching gibt beim Spielen etwa dieses weiter:
"Tastatur an Prozessor: "Spielt mal eben die 8 Parts von Main A für einen Moll- Akkord!"

Zwei Beispiele hierfür:

Stellt einmal das Intros 3 vom Swing 1 oder vom Acoustic Jazz ein, und drückt auf Sychro start.
Greift dabei beim ersten Mal zuerst einen Dur-, beim zweiten Mal einen Mollakkord.
Ihr werdet feststellen, daß es sich um zwei total unterschiedliche Intros handelt.
Mit der einzigen Ausnahme: Die Rhythmusspuren sind in Dur und Moll identisch.
Da sich die eingespielten Dur und Moll- Melodien auf unterschiedlichen Midikanälen befinden,
welche auf die 8 Parts geroutet wurden, sind diese Spuren (bis eben auf die Rhythmusspuren)
für die Weiter- und Nachbearbeitung gesperrt.
Zu sehen ist dies an der grauen Farbe des "rec"- Zeichens in der Full Edit- Programmierung.

Nehmt mal einen Style, tauft im Computer die .sty - Dateiendung in .mid um,
und hört (mit PC auch: seht) Euch das Intro 3 des ehemaligen Styles an.
Dur und Moll gleichzeitig - schauder!

Im 9000er gibt es die Funktion "Chord- Switching" beim Selbsteinspielen von Styles nicht.
Das Chord Switching stellt man am Computer z.B. mit eienm CASM Editor ein.

Und um die ganze Palette der Bearbeitungsmöglichkeiten
für alle 240 Sequenzen nutzen zu können, gibt es im Keyboard nur eine Möglichkeit:

Die Sequenzen selbst einspielen!



Hier ein paar nützliche Tipps:

1. Genug Speicherplatz?

Bevor Ihr anfangt, Styles zu verändern oder zu programmieren,
solltet Ihr eines sicherstellen:
Daß das Flash genug Speicherplatz für etwa 4 Styles hat.

Warum?

In der Praxis zeigt sich immer wieder, daß es wichtig ist,
auf den letzten Stand zurückgreifen zu können.
Sei es, um die Veränderungen vergleichen zu können,
oder man hat versehentlich etwas gelöscht...
... letzteres kommt auch bei den Profis vor!!

Notfalls solltet Ihr durch Defragmentieren oder Löschen Platz schaffen.



2. Namensgebung

Wenn Ihr einen Style bearbeitet, und davon immer wieder die neuste Version
in's Flash speichert, empfiehlt es sich, auch gleich durch die Namensgebung
zu zeigen, welches denn nun der letzte Stand ist.

Bewährt hat sich für mich Folgendes:

Ein Style, der später einmal "Music" heißen soll,
hat als Arbeitstitel bei den ersten vier Abspeicherungen
(oder mehr, je nachdem, wieviel Platz Euer Flash hat):
"Ausic", wird dann zu "Busic", "Cusic", usw.,
notfalls muß das ganze Alphabet herhalten.
Das erspart Euch die lästige Namensgebung bei JEDER Abspeicherung,
und Ihr wisst immer, welches denn nun die neuste Programmierung
bzw. Überarbeitung ist.

Und erst, wenn der Style dann fertig ist, wird er dann
mit seinem richtigen Namen getauft ... ein "heiliger" Akt! ;-)



P.S.: ...und wer's gerne etwas bequemer mag:

Robby hat sich die Mühe gemacht, und die Workshops 1 und 2
ganz ausführlich mit Bildern versehen. Danke, Robby!
Ihr findet seine PDF- Dateien auf seiner Homepage:

Workshop 1: Kopieren eines Parts von einem Rhythmus zum anderen

Workshop 2: Aus Eins mach Zwei : Style - Herstellung in Sekunden

© 2003-2008 • Heidrun Dolde